Unser Ziel ist es, das Reiten sowie insbesondere die Tradition der Schleppjagd zu pflegen
und die Jugend dafür zu begeistern.
Was ist eine Parforcejagd?
Die Begriffe Parforcejagd, Schleppjagd, Meutejagd oder Rote Jagd bezeichnen alle die Jagd zu Pferde hinter
einer künstlichen Geruchsspur.
In den früheren Jahrhunderten war die Hetzjagd auf lebendes Wild das Privileg des Adels. Aber schon seit den
30er Jahren ist die Hetzjagd auf lebendes Wild, im Gegensatz z.B. zu England und Frankreich, in Deutschland
verboten
Bereits vor dieser Zeit wurden bei uns Schleppjagden veranstaltet. Bei einer Schleppjagd legt ein Reiter, der dem
Jagdfeld vorausreitet eine künstliche Geruchsfährte. Diese Fährte wurde früher mittels einer Drahtkugel gelegt, in
der sich ein mit Duftstoff getränkter Schwamm befand. Heutzutage ist man dazu übergegangen, einen Kanister
am Sattel des Schleppenlegers zu befestigen, aus dem der Duftstoff tropft.
Je nachdem, auf welchen Geruch die Hundemeute trainiert ist, kann dies Fuchslösung, Anis, Fenchel, oder
Fischlake sein. Je ähnlicher der Schleppenleger die Geruchsspur einer Wildfährte legt, desto interessanter und
abwechslungsreicher ist die Jagd.
In einigem Abstand folgt die Meute der Fährte. Der Master und die Piköre haben dafür zu sorgen, dass die Meute
zusammen- bleibt und dort läuft, wo sie laufen soll. Danach kommt das erste Feld, das vom Jagdherren, dem
eigentlichen Gastgeber der Jagd, angeführt wird. Dieses Feld wird auch das springende Feld genannt, weil diese
Reiter die nach Möglichkeit natürlich gestalteten Hindernisse (z.B. umgestürzte Bäume, Hecken oder Mauern)
springend überwinden. Dann folgt das zweite oder nichtspringende Feld, welches vom Feldführer an den
Sprüngen vorbeigeführt wird. Je nach Teilnehmerzahl kann es noch ein drittes Feld geben.
Eine Jagd besteht oftmals aus mehreren Schleppen. Zwischen den Schleppen werden Stops und Schrittstrecken
zur Erholung für Pferde, Hunde und Reiter eingelegt. Am Ende der Jagd wird von einem Bläserchor mit den
großen Parforcehörnern das Halali geblasen. Alle Reiter beglückwünschen sich mit Handschlag und dem Ruf
"Halali! Halali! Halali!".
Anschließend wird abgesessen und die Hunde bekommen zur Belohnung das Cureé (ein Rinderpansen aus der
Schlachterei). Danach verteilt der Jagdherr mit dem Gruß Waidmannshail! die Brüche und die Jagdteilnehmer
bedanken sich mit einem "Waidmannsdank!".
Was ist der Reiz einer Schleppjagd?
Das Jagdreiten hinter den Hunden übt eine eigene Faszination aus, denn Reiter und Pferd müssen sich
gegenseitig vertrauen. Der Reiter darf einerseits das Pferd nicht in gefährliche Situationen bringen und anderseits
muss der Reiter dem Geschick und Instinkt des Pferdes folgen. Diese Partnerschaft und die Naturverbundenheit
macht jede Jagd zu einem besonderen Erlebnis.
Woher kommen die Hunde?
In Deutschland gibt es zur Zeit 25 Meuten, die meistens als Verein organisiert sind. Schließlich ist es nicht billig
ca. 80 Hunde zu halten und das Jahr über für die Schleppjagd zu trainieren. Als Hunderasse finden überwiegend
Foxhounds oder die kleineren Beagle Verwendung.
Die Hunde sind übrigens so trainiert, dass sie auf Wild, dem sie eventuell auf einer Jagd begegnen, nicht
reagieren. Die Meuten können zusammen mit dem Master und den Pikören von Privatpersonen oder Vereinen
gemietet werden. Der CPJRV pflegt Kontakte zu der "Niedersachsenmeute", der Lipperlandmeute und dem
Hamburger Schleppjagdverein.
Was bietet der Cattenstedter Parforcejagd-Verein?
Neben unserer Absicht selber Schleppjagden in Cattenstedt und Umgebung zu veranstalten, nehmen wir an
Jagden in Nord- und Mitteldeutschland teil. So war der CPJRV mit vier Reitern bei der Frühjahrsjagd hinter der
"Niedersachsenmeute" in Verden an der Aller vertreten.
Daüber hinaus bieten wir qualifizierten Reitunterricht in Springen und Dressur für Anfänger und Fortgeschrittene
an. Im April 2002 konnten Amazonen des CPJRV erste Turniererfolge in Halberstadt vorweisen. Zu unserem
Programm gehören Kurse zur Erlangung des kleinen und großen Hufeisen, des Basis- und Reiterpasses ebenso,
wie die verschiedenen Reit- und Fahrabzeichen.
Kooperation mit dem Rittergut Cattenstedt
Die Absicht, das Rittergut Cat-tenstedt zu einem Reitsportzentrum auszubauen, war für uns der Anlass den
Cattenstedter Parforcejagd-Reitverein e.V. zu gründen.
Neben der zukünftigen Infrastruktur für Ross und Reiter - geräumige Boxen, Weiden, Reithalle,
Reitsportgeschäft, Bistro/Restaurant usw. war das Ambiente eines Rittergutes aus dem 18. Jahrhundert
ausschlaggebend für unsere Entscheidung. Vor dem Hintergrund der hügeligen und abwechslungsreichen
Harzlandschaft sowie dem Gutshaus werden unsere zukünftigen Schleppjagden im Herbst ein einmaliges
Erlebnis für Reiter und Zuschauer darstellen.
Der Fuchs hat gut Lachen, denn in Deutschland wird nicht hinter lebendem Wild hergejagd.
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